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2021

CBD im Klinikalltag

Eine kanadische Klinik wertete 279 Behandlungsverläufe aus: wer stark litt, berichtete Besserung — wer leicht, teils das Gegenteil.

© HempJoy

Was untersucht wurde

Ein Netz von Cannabis-Kliniken in Québec hat die Verläufe von 279 Erwachsenen ausgewertet, denen ein CBD-reiches Öl verordnet worden war — 68 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 61 Jahre. Erhoben wurden Schmerz, Angst, Niedergeschlagenheit und allgemeines Befinden auf der ESAS-r-Skala, jeweils zu Behandlungsbeginn sowie nach drei und nach sechs Monaten. Ausgewertet wurde getrennt nach leichten und nach mittleren bis starken Beschwerden.

Was herauskam

Nach drei Monaten lagen alle Durchschnittswerte niedriger als zu Beginn. Der Unterschied zwischen den Gruppen war jedoch grösser als der über die Zeit: Wer zu Beginn mittlere bis starke Beschwerden angab, berichtete deutliche Besserung; bei leichten Beschwerden stiegen die Werte für Schmerz, Angst und Befinden sogar an. Zwischen dem dritten und dem sechsten Monat änderte sich statistisch nichts mehr. Kam bei der ersten Kontrolle THC hinzu, machte das keinen Unterschied.

Was die Studie nicht zeigt

Eine rückblickende Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe — auf Ursache und Wirkung lässt sich daraus nicht schliessen. Die Werte stammen aus Selbstauskunft und können von der Erwartung an die Behandlung gefärbt sein. Wer den Weg in eine Cannabis-Klinik findet, ist ausserdem nicht der Durchschnitt. Durch fehlende Angaben fiel gut die Hälfte der ursprünglichen Fälle aus der Auswertung, und zum Sechsmonatstermin erschienen deutlich weniger Personen. Die Autoren fordern kontrollierte klinische Studien.

Quelle

Rapin L, Gamaoun R, El Hage C, Arboleda MF, Prosk E. Journal of Cannabis Research 2021;3:19

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